Tag: Mittwoch

Zumindest behaupten das viele Menschen mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit. Fast so, als gäbe es irgendwo ein offizielles Zeremoniell, bei dem ein mürrischer Büroangestellter mit einem übergroßen Schwert den Kalender zerteilt und feierlich verkündet:
„Die erste Hälfte ist überstanden. Der Mittwoch hat es ohnehin nicht leicht. Er ist weder so verhasst wie der Montag noch so beliebt wie der Freitag. Er steht dazwischen. Wie ein Bahnhof ohne Durchsage. Wie ein Keks ohne Schokolade. Wie ein Kaffee, den man versehentlich koffeinfrei gekauft hat.
Und trotzdem klammern wir uns mittwochs an jede kleine Hoffnung. „Nur noch zwei Tage. „Bergfest. „Das Wochenende winkt schon ganz leicht aus der Ferne. Dabei verändert der Mittwoch objektiv betrachtet gar nichts. Die Wäsche liegt immer noch herum. Der Kühlschrank enthält weiterhin nur Senf, Käse und ein mysteriöses Glas mit undefinierbarem Inhalt. Und die Zimmerpflanze sieht einen an, als würde sie langsam den Glauben an diese Beziehung verlieren. Aber der Mensch braucht offenbar Zwischenziele. Ohne sie würden wir wahrscheinlich irgendwann orientierungslos im Schlafanzug durch Supermärkte laufen und Tiefkühlpizza duzen.
Darum teilen wir die Woche. Feierlich. Innerlich erschöpft. Und mit letzter emotionaler Kraft. Der Mittwoch ist der kleine Hoffnungsschimmer der Arbeitswelt.
Ein leises: „Du hast schon die Hälfte geschafft. Und manchmal reicht genau das schon aus.
Mittwoch...

Anne Seltmann 13.05.2026, 08.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Zwischen dir und dem Wind
so viel himmel
zwischen den linien
die segel
halten wind
ohne ihn zu besitzen
weiß
gegen blau
ein gespannter zustand
du siehst nach oben
und verlierst
den boden
nicht ganz
nur genug
um zu ahnen
dass richtung
nicht festliegt
sondern entsteht
im ziehen
im nachgeben
im offenen
zwischen dir
und dem wind
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 22.04.2026, 22.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Als der Strandkorb laufen lernte
In den Anfangsjahren war der >> Strandkorb << noch ein Luxusgut.
Wer darin sitzen wollte, musste ihn nicht nur mieten – er wurde oft eigens zum
gewünschten Platz getragen.
An vielen Badeorten gehörte es deshalb lange zum Strandbild, dass Angestellte morgens Dutzende Strandkörbe an den Strand schleppten, sie nach Sonnenstand ausrichteten und abends wieder einsammelten.
Später bekamen viele Modelle kleine Rollen oder wurden auf Schienen bewegt, damit man sie leichter dem Wind oder der Sonne anpassen konnte.
Und bis heute gibt es an manchen Küstenorten die Tradition, dass Strandkörbe morgens „ausgerichtet und abends wieder geschlossen werden – fast wie ein kleines tägliches Ritual.
So wurde aus einem schlichten Schutzmöbel ein Kultobjekt mit eigener Choreografie.
Anne Seltmann 15.04.2026, 06.29 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 08.04.2026, 06.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

MS „Laboe – das Schiff, das den Alltag einfach über Bord wirft
Es gibt Schiffe, die fahren. Und es gibt Schiffe wie die MS „Laboe (eigentlich eine Fähre) – die lassen einen erstmal ankommen. Schon beim Einsteigen passiert etwas Merkwürdiges:
Der Stress bleibt irgendwie am Steg stehen. Wahrscheinlich hat er keine Fahrkarte bekommen. Kaum legt die Fähre, übernimmt der Wind das Kommando.
Haare? Egal. Frisur? Vergessen. 
Dafür gibts gratis Meeresluft und Möwen-Kommentare von oben. Man steht da, schaut aufs Wasser und denkt: „Ach… so fühlt sich also Durchatmen an. Und während die MS „Laboe gemütlich ihre Bahn zieht, merkt man plötzlich: Hier geht es gar nicht darum, schnell irgendwo anzukommen. Hier geht es darum, einfach mal nicht schnell zu sein. Das Einzige, was hier wirklich Fahrt aufnimmt, sind die Gedanken – und vielleicht die Erkenntnis, dass man viel öfter aufs Schiff steigen sollte.

Technisches:
Die MS „Laboe wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normales Ausflugsschiff. Sie ist aber eine Fähre, also kein „Schiff im klassischen Sinne einer Reise- oder Ausflugsfahrt, sondern ein Verkehrsmittel in Kiel, das Menschen gezielt von einem Ort zum anderen bringt Erst wenn sie ablegt, merkt man, dass hier etwas anders ist. Es ist leiser. Kein lautes Dröhnen, eher ein sanftes Gleiten über das Wasser.
Während man an Deck steht und auf die Förde schaut, denkt man nicht sofort an Technik. Und doch arbeitet unter den Füßen etwas ziemlich Modernes. Die Fähre fährt teilweise elektrisch und nutzt zusätzlich einen klassischen Motor. Je nach Strecke und Bedarf wechselt sie einfach zwischen beiden. Das spart Energie, schont die Umwelt und sorgt dafür, dass die Fahrt angenehm ruhig bleibt.
Man spürt davon eigentlich nur eines: Entspannung. Kein Ruckeln, kein Lärm, nur Wasser, Wind und dieses leise Gefühl, dass sich hier etwas verändert hat.
Vielleicht ist es genau das, was die MS „Laboe besonders macht. Sie bringt einen nicht nur über das Wasser, sondern zeigt ganz nebenbei, wie sich Reisen ein Stück weiterentwickelt hat.
Anne Seltmann 18.03.2026, 04.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die AIDAblu ist ein Kreuzfahrtschiff von Carnival Corporation & plc. Sie wurde für Fahrten unter der speziell auf den deutschen Markt ausgerichteten Konzernmarke AIDA Cruises eingesetzt. Betrieben wird sie unter italienischer Flagge durch Costa Crociere in Genua.
Das Schiff wurde als viertes von sieben nahezu baugleichen Schiffen der Sphinx-Klasse auf der Meyer Werft gebaut.
Die AIDAblu ist das zweite Schiff, das diesen Namen trägt. Ihre Namensvorgängerin wurde nach Indienststellung der AIDAdiva im Frühjahr 2007 vom Mutterkonzern zunächst für einen Einsatz unter der Marke Ocean Village neu gestrichen und schließlich, nachdem diese Marke aufgegeben wurde, im Jahr 2009 als Pacific Jewel nach Australien verlegt.
Die heutige AIDAblu ist seit 2010 Teil der AIDA-Flotte und weiterhin auf den Weltmeeren unterwegs.
Mit Platz für über 2.000 Gäste bietet sie eine Mischung aus Entspannung, Kulinarik und Unterhaltung. Besonders beliebt sind das offene Theatrium, der großzügige Wellnessbereich und die abwechslungsreichen Routen im Mittelmeer, rund um die Kanaren oder in Nordeuropa.
Im Rahmen eines Modernisierungsprogramms wird die AIDAblu technisch und optisch weiterentwickelt – sie ist also kein Neubau, aber ein aktives und gepflegtes Kreuzfahrtschiff mit Zukunft.
[ Namensnennungen...unbeauftragt und unbezahlt!]
Anne Seltmann 18.02.2026, 08.46 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Thula und das Meer
Thula war ein kleines Wal-Mädchen mit einer Stimme, die noch nicht wusste, wie groß sie einmal werden würde. Wenn sie sang, klang es mehr wie ein Atemzug als wie ein Lied. Trotzdem liebte das Meer ihre Töne.
Thula lebte dort, wo das Wasser tiefblau wird und die
Strömungen langsam erzählen. Ihre Mutter sagte immer:
„Das Meer hört zu, auch wenn es still ist.
Thula glaubte das. Sie sang dem Licht, das von oben fiel. Sie sang den schlafenden Quallen gute Träume. Und manchmal, wenn niemand hinsah, sang sie einfach nur für sich.
Doch Thula hatte eine Sorge. Die anderen jungen Wale übten große Lieder – lange, kräftige Gesänge, die weit durch den Ozean trugen. Thulas Stimme dagegen blieb klein. Zart. Fast schüchtern.
Eines Tages schwamm Thula allein hinaus, dorthin, wo die Stille größer war als die Strömung. Sie legte sich zwischen zwei alte Felsen und hörte zu. Dem Knacken des Eises in der Ferne. Dem sanften Ziehen der Gezeiten. Dem leisen Puls des Wassers.
Und dann sang sie.
Nicht laut. Nicht lang.
Nur ehrlich.
Das Meer hielt den Atem an.
Die Strömungen wurden langsamer, als wollten sie nichts verpassen. Ein Schwarm kleiner Fische blieb stehen, wie hingemalt. Sogar das Licht schien einen Moment zu verweilen.
Thulas Lied erzählte nichts von Größe oder Stärke. Es erzählte davon, wie es ist, klein zu sein und trotzdem da. Wie es sich anfühlt, seinen Platz zu suchen, ohne zu wissen, wie er aussieht.
Als Thula zurückkehrte, warteten die anderen Wale bereits. Sie hatten nichts gehört – und doch etwas gespürt. Ruhe. Wärme. Ein Gefühl von Angekommensein.
Von diesem Tag an wusste Thula:
Man muss nicht laut sein, um gehört zu werden.
Man muss nicht groß sein, um Spuren zu hinterlassen.
Und irgendwo tief im Ozean, zwischen Strömung und Stille,
trägt das Meer bis heute ein kleines Lied.
Es heißt Thula.
Anne Seltmann 28.01.2026, 06.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL


still ruht der see.
ein moment,
der sich selbst genügt.
das licht hält den atem an,
legt sich flach
auf die haut des wassers.
ein gedanke treibt vorbei,
ohne wellen zu machen.
man könnte ihn festhalten,
aber man lässt ihn.
am ufer nichts,
was drängt.
nur zeit,
die sich selbst zuhört.
der see weiß nichts von uns.
und genau darin
liegt seine ruhe.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 21.01.2026, 05.44 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Heute zeige ich wieder einmal ein KI generiertes Bild zum >> Maritimen Mittwoch << von Angela!
Dazu möchte ich einmal folgendes erklären:
Ich habe die KI entdeckt, weil sie für mich ein stiller Ort ist, an dem ich mich ausprobieren darf. Kein Druck, kein "richtig“ oder "falsch". Nur Neugier, Bilder, Ideen - und ich.
Ich experimentiere, spiele, verändere. Manchmal wird etwas Schönes daraus, manchmal etwas Seltsames - aber immer zeigt es mir ein Stück von mir selbst.
KI ist für mich kein Ersatz für Kreativität. Sie ist mehr wie eine Begleiterin: Sie öffnet Türen, auf die ich allein vielleicht nie gestoßen wäre. Und doch bleibt mein Blick, mein Gefühl, meine Handschrift darin.
Ich bin künstlerisch veranlagt - schon immer habe ich gern gestaltet, beobachtet, zusammengefügt. Mit KI darf ich das ohne Grenzen tun: ohne Material, ohne Atelier, einfach mit meiner Fantasie.
Und vielleicht liebe ich genau das daran: dass ich spielen darf wie ein Kind, und gleichzeitig staunen kann wie ein Erwachsener, der merkt - dass Kunst immer wieder neu beginnt.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 07.01.2026, 06.31 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL